Singen Tanzen Spielen 2010-07-10 Bad Reichenhall

Bericht von Maria Horn

Singen-Tanzen-Musizieren – Nachwuchsgruppen aus der Volksmusiksparte bieten im Kurpark unterhaltsames Programm

Ein nicht alltägliches Bild präsentierte sich am Samstagnachmittag den Besuchern im Reichenhaller Kurpark: Fröhliche Lieder schallten durch die Anlage, heitere Musikstücke wurden aufgespielt,  Kinder und Erwachsene drehten sich gemeinsam im Kreis und stimmten in gängige Melodien mit ein. Es ist der zweite Samstag im Juli, und an diesem Tag veranstaltet der Verein „Aufg’spuit und G’sunga“ alljährlich einen bunten Nachtmittag unter dem Motto „Singen, tanzen, spielen“. Der Verein verfolgt als  Ziel, jungen Menschen regionales Volksgut zu vermitteln, sie zu schulen und zu fördern und ihnen die Gelegenheit zu geben, ihr Können zu präsentieren. In der schönen Parkanlage gab es auch heuer drei Stunden lang Gelegenheit, sich von der Vielseitigkeit der Volksmusik zu überzeugen und die Darbietungen des Nachwuchses zu verfolgen.

Obwohl brütende Sommerhitze das Thermometer kräftig hatte ansteigen lassen,  und eigentlich ein Badetag war, hatten sich die Nachwuchssänger und –musikanten nicht abhalten lassen, an der Veranstaltung teilzunehmen. 45 Mächen und Buben aus dem Berchtesgadener Land und sowie 35 Nachwuchstalente aus dem benachbarten Chiemgau waren in fescher Tracht gekommen, um ihr Können zu präsentieren. Es herrschte erfrischende Atmosphäre im Kurpark unter schattenspenden Bäumen wurde an drei Stationen aufgespielt und gesungen.  Ob als Solisten, Duo, Sänger, Saitenmusi oder gemischte Gruppe, die Mädchen und Buben vermittelten in ihren Beiträgen nicht nur alleine ihr Können. Lockere Stimmung, gelungene Präsentation und das ansprechende Ambiente zeichneten ein harmonisches Bild. Zum einen von der Aussagekraft und Vielseitigkeit des alpenländischen Musik- und Liedgutes, zum anderen aber auch von der Bedeutung der Jugendarbeit. In den Gruppen finden die Kinder eine gemeinsame Basis um ihre Interessen zu pflegen, sie werden gefördert und auch gefordert, erfahren aber auch Erfolg und eine Steigerung des Selbstwertgefühls. Denn als Solist oder in kleiner Besetzung vor Publikum aufzuspielen, erfordert neben Können auch eine Portion Mut. Es waren aber nicht nur die mitwirkenden Gruppen, die aktiv den Nachmittag gestalteten. Ernst Schusser und Eva Brucker vom Bezirk Oberbayern sorgten dafür, dass auch die Zuschauer mit einbezogen wurden. Lustige Tanzlieder, die sich durch einfache Texte und gängige Melodien auszeichnen, animierten manchen Passanten ein wenig länger zu verweilen. Da sprang schon mal einer über seinen eigenen Schatten, drehte sich spontan im Kreis und klatschte begeistert in die Hände, wenn es der Liedlehrer so wollte. Heiterkeit und Frohsinn, eine Portion Unbeschwertheit und Lebensfreude machte sich schnell breit ob der kurzweiligen Unterhaltung. An den drei Stationen betreuten Mitglieder des Vereins die mitwirkenden Gruppen und nicht nur die einheimischen Besucher genossen die Darbietungen. Ergänzt wurde das Programm mit Auftritten der Kinder- und Jugendgruppe der „Grenzler Marzoll“. Die Veranstaltung, die nun zum fünften Mal über die Bühne ging, hat schon ihre Fangemeinde, sogar Gäste aus der Schweiz gesellten sich dazu.  Zu den Beobachtern gehörten  auch Kurdirektorin Gabriella Sqarra, Gauvorstand Peter Eicher mit Gattin und der musikalische Leiter der Reichenhaller Philharmonie, Thomas J. Mandl, der die Darbietungen ebenso interessiert verfolgte. „Ich habe eine echte Freude, wenn sich junge Leute für die Musik engagieren“ brachte der Musiker großes Lob zum Ausdruck. Es war auch recht beachtlich, was der Nachwuchs zum Besten gab und für manchen war es eine echte Mutprobe. Beispielsweise für die sechsjährige Sophia Hogger aus der Nähe von Teisendorf. Sie geht noch gar nicht zur Schule, lernt seit einem Jahr Harfe und traute sich zu, vor Publikum aufzuspielen. Da war klar, dass die Mama im Hintergrund kräftig mitfieberte. Im Übrigen waren die Eltern recht zahlreich mitgekommen, um mit ihren Sprösslingen mitzufiebern, denn ein klein wenig Nervosität gehört einfach mit dazu. Doch der Schwerpunkt liegt nicht auf Perfektionismus sondern an der Freude am gemeinsamen Singen und Musizieren. Die Zuhörer waren des öfteren zum Mitsingen mit eingeladen und es stelle sich schnell heraus, dass sich fast jeder begeistern ließ. Da hat sich wieder einmal bewahrheitet dass Musik verbindet und der Gesang vieles im Leben leichter erscheinen lässt. Und so war es auch kindliche Leichtigkeit, eine Portion Unbeschwertheit gekoppelt mit musikalischem Talent und zielstrebigem Ehrgeiz die sich als Grundelemente dieser Veranstaltung herauskristallisierten. Hansl Auer verfolgt ein striktes Ziel, denn er will in der Region den Musik- und Gesangsnachwuchs noch mehr fördern und Kindern die Möglichkeit geben, ihre Musiktalente zu entfalten.